Bischof-Benno-Haus
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Projekte Bildungsfreizeit für Alzheimerpatienten und deren pflegende Angehörige
Bildungsfreizeit für Alzheimer und deren pflegende Angehörige

Grundidee

Angebote
Rahmenplanung und Durchfühung
Termine 2017 und Anmeldung
Weitere Informationen im Internet

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► Grundidee

Über 70% der Alzheimer-Kranken werden von ihren Angehörigen im häuslichen Bereich gepflegt. Pflegende Angehörige von Alzheimerkranken sind oftmals psychisch und physisch stark belastet und haben den Wunsch nach Entlastungsangeboten, die ihrer Situation angepasst sind.

Im Jahr 2001 trafen sich im Bischof-Benno-Haus Vertreter der Selbsthilfegruppe für Angehörige Alzheimer-Kranker aus Bautzen sowie Mitarbeiter des Bischof-Benno-Hauses und der AOK Sachsen zu ersten Gesprächen, um ein Bildungs- und Erholungsangebot für diese Zielgruppe zu konzipieren. Es folgten Treffen mit weiteren Kooperationspartnern (Pflegediensten, Ärzten, Ergotherapeuten, ehrenamtlichen Helfern), um die Grundidee in die Praxis umsetzen zu können.

Hauptsächlich bezieht sich das Angebot auf die pflegenden Angehörigen von Alzheimer-Kranken, die mit der Pflege überlastet sind. Gleichzeitig sollen auch die Alzheimer-Kranken involviert und gefördert werden. Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass der behandelnde Arzt die Alzheimer-Erkrankung diagnostiziert hat.

Als wichtigstes Ziel wird die Bildung und Entlastung der Angehörigen gesehen. Die pflegenden Angehörigen haben das Bedürfnis, sich mit anderen Betroffenen und Pflegefachkräften über die alltäglichen Probleme im Umgang mit den kranken Partnern auszutauschen.

Wichtig ist die seelische Entlastung der Angehörigen, damit diese nicht ihrerseits unter dem hohen Druck der Betreuung erkranken. Ein weiteres Ziel ist die Beratung und Anleitung der pflegenden Angehörigen hauptsächlich bei den Aufgaben im Alltagsbereich. Mit den Maßnahmen für Alzheimer-Kranke sollen bestehende Fähigkeiten und Fertigkeiten gefördert und stabilisiert werden.

Träger der Bildungsfreizeit ist das Bischof-Benno-Haus, das in Kooperation mit der BARMER, Vertretern einer Selbsthilfegruppe für Angehörige Alzheimer-Kranker, zwei Pflegediensten aus Bautzen, einer Ergotherapie, ehrenamtlichen Mitarbeitern und der Alzheimer Gesellschaft Dresden e.V. das Angebot gestaltet. Ein Sanitätshaus aus Bautzen und der ärztliche Bereitschaftsdienst der Region helfen bei Notfällen.


► Angebote

1. Fachliche Angebote für Angehörige

Mit den fachlichen Bildungsangeboten wird den pflegenden Angehörigen die Möglichkeit gegeben, sich mit kompetenten Referenten auszutauschen. Zu den krankheitsbezogenen Bildungsangeboten zählen Einzel- und Gruppengespräche mit einem Psychologen, einer Pfarrerin sowie Vertretern einer Selbsthilfegruppe für Angehörige Alzheimer-Kranker.

Themen der fachlichen Bildungsangebote für pflegende Angehörige sind:

· Krankheitsbewältigung
· Erlernen und Anwenden von Entspannungsübungen
· Erfahrungsaustausch
· Medizinisches Forum Grundpflegeanleitung
· Kennenlernen und Üben von Hebe- und Tragetechniken
· Beratung zum Betreuungsrecht
· Umgang mit Pflegebelastungen

Des weiteren werden die Themen Krankheitssymptomatik, Therapie, Krankheitsbewältigung und Depressionen der Angehörigen durch die Alzheimer Gesellschaft Dresden e. V. erläutert. Die BARMER bietet Beratungsgespräche zu den Themen Pflegegeld, Leistungen der Krankenkasse und Hilfe von Sozialstationen an.

Den pflegenden Angehörigen werden am Tag ein bis zwei fakultative Bildungseinheiten von je 90 Minuten Dauer angeboten.

2. Kulturelle Angebote für Angehörige

Vielfältige Angebote stehen den Seminarteilnehmern zur Verfügung. Aufgrund seiner Lage bietet das Bischof-Benno-Haus optimale Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. So laden z. B. die hauseigene Kegelbahn zur sportlichen Betätigung und die Parklandschaft zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Ausflüge zu den Sehenswürdigkeiten der Region sind ein weiterer Bestandteil des Seminarprogramms.

Neben den kulturellen- und Bildungsangeboten im Bischof-Benno-Haus Schmochtitz besteht jederzeit die Möglichkeit für Gespräche und Erfahrungsaustausch. Alle Freizeitaktivitäten können die pflegenden Angehörigen mit ihren Partnern und anderen Gästen gemeinsam erleben (Teilhabe am gesellschaftlichen Leben).

3. Fachliche Angebote für Kranke

Die Angebote für die Alzheimer-Kranke richten sich immer nach deren aktuellem Befinden. Auch bei den Alzheimer-Kranken kann nach fachlichen Angeboten und Freizeitangeboten unterschieden werden.

Zu den fachlichen Angeboten zählt die Durchführung einer individuellen Ergotherapie für jeden Alzheimer-Kranken. Die ergotherapeutische Betreuung erfolgt in Einzelbehandlung und wird für jeden Alzheimer-Kranken individuell geplant und durchgeführt. Hauptaufgabe der Ergotherapie ist es, die noch vorhandenen Fähigkeiten und Fertigkeiten des täglichen Lebens längstmöglich zu erhalten und im Rahmen der Möglichkeiten auch zu fördern. Dies betrifft z. B. waschen und anziehen, Körperkoordination und die Körperwahrnehmung.

Der Erhalt von Fähigkeiten und Fertigkeiten wird auch durch die pflegerische Betreuung von den Krankenschwestern und -pflegern gefördert und beeinflusst. Durch eine feste Tagesstruktur sollen die Alzheimer-Kranken und ihre Angehörigen Anregungen und Hilfestellungen für eine eigene Tagesgestaltung im häuslichen Bereich bekommen.

4. Freizeitangebote für Kranke

Zu den Freizeitangeboten für Alzheimer-Kranke zählen neben den bereits unter Punkt 2. genannten Aktivitäten, Singe- und Spielrunden, gesellige Tänze, gemeinsames Musizieren mit einfachen Rhythmusinstrumenten u. a.. Alzheimer-Kranke können diese Angebote je nach Krankheitszustand aktiv erleben und gestalten. Ihnen zur Seite sind die pflegenden Angehörigen, die Mitarbeiter der Pflegedienste und ehrenamtliche Helfer.


► Rahmenplanung und Durchführung

Die Bildungs- und Freizeittage für Alzheimer-Kranke und deren pflegende Angehörige haben eine durchschnittliche Dauer von 12 Kalendertagen. In einem Jahr werden drei bis vier Kurse durchgeführt. Die Teilnehmerzahl beschränkt sich auf 20 Personen – 10 Alzheimer-Kranke und 10 Angehörige. Die Kurse finden in den Jahreszeiten Frühjahr bis Herbst statt.

Die Unterbringung erfolgt in Doppelzimmern. An behindertengerechten Zimmern stehen vier Doppelzimmer sowie eine rollstuhlgerechte Ferienwohnung zur Verfügung. In den beiden Gästehäusern ist je ein Fahrstuhl integriert, der auch von Rollstuhlfahrern benutzt werden kann. Telefone befinden sich auf jedem Zimmer.

An der Betreuung der Alzheimer-Kranken und ihrer Angehörigen sind sowohl professionelle als auch ehrenamtliche Mitarbeiter beteiligt. Die Gruppe der professionellen Mitarbeiter setzt sich zusammen aus:

· Krankenschwestern und Krankenpflegern 
· Altenpflegerinnen und Altenpflegern
· Ergotherapeuten
· Psychologen/Psychotherapeuten
· Seelsorgern
· Mitarbeitern der Bildungseinrichtung

Die Pflegeaufgaben werden durch die beiden Pflegedienste realisiert. Die Pflege erfolgt in einem Zweischichtsystem jeweils von 07:00 bis 14:00 Uhr und von 14:00 bis 21:00 Uhr. Nachts existiert eine Rufbereitschaft innerhalb der Einrichtung, so dass medizinische Hilfsmaßnahmen eingeleitet werden können.

Ergotherapeutische Maßnahmen für Betroffene werden auf der Basis einer ärztlichen Verordnung umgesetzt, ebenso physiotherapeutische Empfehlungen für Alzheimer-Kranke und Angehörige, insoweit dies die vorhandene Ausstattung ermöglicht.

Psychologische, psychotherapeutische und seelsorgerische Betreuungsinterventionen werden sowohl im Einzel- als auch Gruppenberatungen nach Absprache mit den Angehörigen durchgeführt, wobei psychologische Präsenz über den gesamten Zeitraum des Bildungsurlaubes gewährleistet ist.

Die gesamte kulturelle und organisatorische Gestaltung der Bildungsfreizeit obliegt den Mitarbeitern der Bildungseinrichtung.

Zu der Gruppe der ehrenamtlichen Mitarbeiter gehören freiwillige Mitarbeiter aus der näheren Umgebung der Einrichtung sowie Schülerinnen und Schüler einer Krankenpflegeschule.

Bei der Auswahl der ehrenamtlichen Mitarbeiter werden persönliche Grundvoraussetzungen im Sinne sozialer Kompetenz beachtet. Die Aufgabenstellungen der ehrenamtlichen Helfer konzentrieren sich auf Unterstützungsmaßnahmen für die Pflegedienste und die Unterstützung bei den Freizeitaktivitäten mit den Alzheimer-Kranken, wie z. B. die Begleitung bei Spaziergängen sowie Singen und Musizieren. Ebenso leisten die ehrenamtlichen Helfer Hilfestellung bei der Einnahme der Mahlzeiten. Die Unterstützungsmaßnahmen werden jeweils in Abhängigkeit vom aktuellen Befinden des Kranken und dem Krankheitsverlauf gestaltet.

In der Mitarbeiterbesetzung wird eine tägliche Besetzungsquote von 1 : 1 angestrebt, d. h. bezogen auf 10 Alzheimer Erkrankte (Maximalbelegung) stehen 10 Mitarbeiter zur Verfügung.


► Termine 2017 und Anmeldung

Die Termine für 2017 und weitere Informationen finden Sie auch hier.

Für Nachfragen und Ihre Anmeldung steht Ihnen Frau Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. im Bischof-Benno-Haus (Telefon: 035935/22-316) zur Verfügung.


► Weitere Informationen im Internet

Zunehmend sind Internetangebote zu Gesundheitsthemen eine wichtige Informationsquelle.

Allgemeine Gesundheitsportale:

www.deutsche-alzheimer.de
www.patienten-information.de
www.netdoktor.de
www.kompetenznetze-medizin.de

Spezielle Angebote im Bereich der Selbsthilfe:

www.nakos.de
www.kiss.stadtmission-chemnitz.de
www.dresden.de/selbsthilfe
www.diakonie-hoyerswerda.de
www.selbsthilfe-zwickau.de
www.demenzchemnitz.de