Bischof-Benno-Haus
Ausstellung „Landstriche – Pinselstriche“ mit Bildern...
13.06.2017 | Andreas Weirauch ist Autodidakt...

Radpilgerwoche
13.-20.08.2017 | Vom 13. bis 20. August 2017...

Wochenende für Singles im Bischof-Benno-Haus
25.-27.08.2017 | Wer gerne mit anderen...

Seminar zu Spiritualität und Kreativität
01.-03.09.2017 | „Wachsen am Du“ heißt der...
Dom Historia
autobahnschild-schmochtitz

Das Bischof-Benno-Haus kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Über die Jahrhunderte hinweg wurde es verschieden genutzt und mehrfach umgestaltet.

Zollstation an der via regia (12. Jh.)

Die ersten Spuren zum Ort und zur Rittergutsanlage Schmochtitz führen ins 12. Jahrhundert. Im Jahr 1986, beim Beginn des Wiederaufbaus des 1945 zerstörten Herrenhauses, wurde ein Münzschatz geborgen, der über 900 Hohlpfennige von 117 Prägstellen aus ganz Mitteleuropa enthielt. Diese Brakteaten sind alle in der Zeit von 1150-1225 in fast reinem Silber geprägt worden. Alles deutet darauf hin, dass hier in Schmochtitz eine Zollstation an der via regia, der königlichen Straße, gelegen war.

Adelssitz und Rittergut (14.-19. Jh.)


Seit dem 14. Jahrhundert waren verschiedene Familien des Oberlausitzer Adels Eigentümer des Rittergutes. 1763 erwarb der königliche Hofmarschall Peter August von Schönberg Schmochtitz und widmete ihm besondere Zuwendung. Gemeinsam mit dem Architekten Matthäus Daniel Pöppelmann gestaltete er eine großartige barocke Landschaft, deren Spuren bis heute noch sichtbar sind.

Seine älteste Tochter Auguste Charlotte übernahm als das Rittergut. Sie war eine begeisterte Anhängerin der Französischen Revolution. Nach dem Tod ihres ersten Mannes heiratete sie den Grafen Kielmannsegge, der auf deutscher Seite gegen die Franzosen kämpfte. Als dieser von den Franzosen inhaftiert worden war, kam die Gräfin, um das Leben ihres Mannes bittend, nach Paris und wurde die Vertraute Napoleons. Im Zusammenhang mit der Schlacht bei Bautzen im Mai 1813 wurde das Gut Schmochtitz zerstört, weil die Franzosen hier gegnerische Waffen und Uniformen entdeckt hatten. Die Gräfin Kielmannsegge ließ daraufhin das Rittergut aus eigenen Mitteln wieder aufbauen und bestattete in unmittelbarer Nähe drei gefallene französische Soldaten, auf deren Grabstein sie meißeln ließ: „Hier ruhen drei Beschützer Sachsens.“

1821 wurde Schmochtitz an den Grafen Johannes Sigismund Riesch aus Neschwitz veräußert. Während dieser Zeit fand der Englische Landschaftsstil westlich des Gutes in die barocke Anlage Einzug. Danach kam das Rittergut Schmochtitz vorwiegend in bürgerliche Hände. Hier war es besonders der Industrielle Otto Thost aus Zwickau, der Schmochtitz weiterentwickelte. 1892 durch ihn erworben, ließ er 1893 die jetzt parallel stehenden Wirtschaftsgebäude im Schweizer-Landhaus-Stil bauen. Viel Geld ließ er auch den Parkanlagen zukommen, wobei die barocke Ausgestaltung weitestgehend erhalten blieb.

Priesterseminar des Bistums Meißen (1925-1945)

alt
Im Jahr 1925 erwarb das wiedererrichtete Bistum Meißen das Rittergut und gründete dort ein diözesaneigenes Priesterseminar. Am 10. Mai 1927 begann die Ausbildung der Priesteramtskandidaten für das Bistum. Bis 1942 haben sich 95 Priester auf ihre Weihe und Aufgabe vorbereitet, unter anderem auch der am 13. Juni 2011 seliggesprochene Märtyrer Alojs Andricki. In den letzten Kriegstagen wurde das Priesterseminar im Herrenhaus komplett zerstört.

Katholische Land- und Forstwirtschaft (1953-1991)
alt
Als wirtschaftliche Stütze des Priesterseminars war das Gut mit 130 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche als Kirchengut Schmochtitz wirksam. Von der Bodenreform 1946 ausgenommen, wurde es 1953 Teil der „Kircheneigenen Land- und Forstwirtschaft im Bistum Meißen". Damit wurde kirchlicher Grundbesitz erhalten, der im kommunistischen Umfeld auch kirchlichen Freiraum bot.

Bildungshaus des Bistums Dresden-Meißen (seit 1992)
alt
Ab 1986 wurde es möglich, das zerstörte Herrenhaus wieder aufzubauen. Zunächst sollte hier ein Erholungsheim für Eltern und Kinder mit Behinderung entstehen. Nach dem Fall der Mauer erfolgte dann die Grundsteinlegung im Oktober 1990. Nach dem Wiederaufbau und der Sanierung einiger Gebäude wurde am 1. September 1992 das Bischof-Benno-Haus als Bildungs- und Tagungshaus des Bistums Dresden-Meißen eröffnet.

Der Park des Bischof-Benno-Hauses ist als Mitglied im Verein „Gartenkulturpfad Oberlausitz“ zugleich Teil des deutsch-polnischen Netzwerkes „Gartenkulturpfad beiderseits der Neiße“. Mehr zum Park erfahren Sie hier.

Darüber hinaus ist das Bischof-Benno-Haus Partner der touristischen Route "Via Sacra", die auf alten Handels- und Pilgerwegen die Regionen der Oberlausitz, Niederschlesiens sowie Nordböhmens durchzieht und zu einzigartigen Bauwerken und Kunstschätzen im Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechische Rebublik führt.